Start Psychische Gesundheit Erkrankungen Hilfe finden Selbstfuersorge Stress Achtsamkeit Resilienz Angst Depression Akute Krise

Angst verstehen

Angst ist eine der aeltesten Schutzreaktionen des Menschen. Sie warnt uns vor Gefahren und macht uns handlungsbereit. Ohne Angst wuerde kein Mensch an einem Abgrund stehenbleiben.

Problematisch wird Angst, wenn sie ohne reale Bedrohung auftritt oder unverhaeältnismaessig stark ist. Dann kann sie den Alltag massiv einschraenken. Betroffene vermeiden Situationen, ziehen sich zurueck und verlieren Lebensqualitaet.

Angststoerungen gehoeren zu den haeufigsten psychischen Erkrankungen. Dazu zaehlen Panikattacken, soziale Aengste und generalisierte Angststoerungen. Die gute Nachricht: Sie sind gut behandelbar.

Vermeidung durchbrechen

Der natuerliche Impuls bei Angst ist die Vermeidung. Doch je mehr wir vermeiden, desto groesser wird die Angst. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist der wichtigste Schritt zur Besserung.

Beginnen Sie mit kleinen Schritten. Wenn Sie etwa soziale Situationen meiden, starten Sie mit kurzen Begegnungen. Gehen Sie fuer fuenf Minuten in ein Geschaeft oder gruessen Sie einen Nachbarn bewusst.

Mann zieht symbolisch eine Kette um seinen Hals enger als Sinnbild fuer das einengende Gefuehl der Angst

Angst kann sich anfuehlen, als wuerde sie einem die Luft abschnueren. Dieses Gefuehl der Enge ist real und beaengstigend. Doch es geht vorueber. Jede Angstattacke hat einen Hoehepunkt und klingt danach wieder ab.

Beruhigungstechniken

Die Bauchatmung ist Ihr staerkster Verbuendeter gegen akute Angst. Legen Sie eine Hand auf den Bauch und atmen Sie so tief ein, dass sich Ihre Hand hebt. Atmen Sie langsam durch den Mund aus.

Die 5-4-3-2-1 Technik bringt Sie zurueck in den Moment. Benennen Sie fuenf Dinge, die Sie sehen. Vier Dinge, die Sie hoeren. Drei Dinge, die Sie fuehlen. Zwei Dinge, die Sie riechen. Eine Sache, die Sie schmecken.

Atemtechniken fuer den Notfall

Bei einer Panikattacke atmen viele Menschen zu schnell. Versuchen Sie, Ihre Ausatmung laenger zu gestalten als die Einatmung. Atmen Sie drei Sekunden ein und sechs Sekunden aus.

Auch das Atmen in eine gewoelbte Hand oder eine Papiertuete kann helfen. Es reguliert den Kohlendioxidgehalt im Blut und reduziert das Schwindelgefuehl. Ueben Sie diese Techniken auch in ruhigen Momenten.

Langfristige Strategien

Regelmaessige Bewegung reduziert Angstsymptome nachweislich. Schon dreimal pro Woche 30 Minuten spazieren gehen kann einen deutlichen Unterschied machen. Auch Yoga und Schwimmen wirken angstloesend.

Koffein und Alkohol koennen Angst verstaerken. Beobachten Sie, ob ein Zusammenhang besteht. Manchmal hilft allein die Reduktion von Kaffee, um ruhiger zu werden.

Angst ist behandelbar. Sie muessen nicht lernen, damit zu leben. Sie koennen lernen, sie zu ueberwinden.

Professionelle Begleitung

Kognitive Verhaltenstherapie ist bei Angststoerungen besonders wirksam. In der Therapie lernen Sie, Ihre Angstmuster zu erkennen und schrittweise zu veraendern. Der Therapeut begleitet Sie dabei in Ihrem eigenen Tempo.

Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen, wenn die Angst Ihren Alltag einschraenkt. Ein offenes Gespraech mit dem Hausarzt ist oft der beste erste Schritt. Weitere Anlaufstellen finden Sie auf unserer Seite Professionelle Hilfe.